Mastodon (mit Red Fang)


X-Tra Zürich

28. Januar 2012


Es gab in der deutschsprachigen Rockmusik-Presse wohl kaum eine Publikation, in der das aktuelle Mastodon Album „The Hunter“ nicht in den Top-100-Listen der besten Platten 2011 der letzten Wochen vertreten war. Mitte Februar haben die vier Prog-Metaller aus Atlantas sogar noch die Chance einen Grammy für „Best Rock Performance“ zu gewinnen, nachdem Ihnen diese Ehre bei der letzten Nominierung 2008 verwehrt geblieben war.  Seit Mitte Januar ist die Band nun in Europa auf Tour, um das aktuelle Album nach einigen Konzerten im vergangenen Juni nochmals denen Live vorzustellen, die bisher nicht die Gelegenheit dazu hatten.

Die Location in Zürich wirkte trotz guter Besucherzahlen durch ihre Architektur angenehm weitläufig, als die Vorband Red Fang pünktlich um 19.30 Uhr ihr halbstündiges Set begann. Die Stoner-Metaller aus Portland, Oregon ließen es eine halbe Stunde straight auf die Mütze und ohne große Schnörkel krachen. Absolut genial gewählt als Opening Act: Voll auf die Zwölf und gut eingeheizt, ohne dem Main-Act das Wasser abzugraben.

Dann, nach einer kurzen Pause betraten Bill Kelliher, Troy Sanders, Brent Hinds und Brann Dailor die Bühne und eröffneten Ihr Konzert mit „Dry Bone Valley“, dem Song, zudem erst vor wenigen Tagen ein neuer, psychedelischer Videoclip veröffentlicht worden war, gefolgt von „Black Tongue“, dem Album-Opener der aktuellen Scheibe.

Von Anfang an war die Band mit einem fetten Klassesound sehr präsent, auch wenn die Herren abseits von Ihrem Gesang und bis zu einem Dankeswort von Dailor am Ende des Konzerts kein Wörtchen zum Publikum über die Lippen kam.  Die Setlist umfasste satte 23 Songs, wobei der Schwerpunkt neben dem Aktuellen auf „Blood Mountain“ und „Leviathan“ lag. Vom letzten, hochgelobten „Crack the Skye“ wurden leider nur der Titelsong sowie „Ghost of Karelia“ in der Mitte des Konzerts gespielt. Aber bei der Setlist kann man es vermutlich nie jedem Recht machen. Einige Songs später das sehr eingängige „Curl of the Burl“, den das Quartett besonders routiniert präsentierte und das Publikum mit dem Ohrwurm-Refrain zum Mitsingen animierte. Bis zur Zugabe blieb dies auch der letzte Song von „The Hunter“, dem Rest des Konzerts widmete sich die Band hauptsächlich weiteren Stücken von den drei ersten CDs.

Nach knapp 2 Stunden ging das Konzert mit der Zugabe „Creature Lives“ zu Ende, zu dem drei der vier Mitglieder der Vorband Red Fang auf die Bühne kam und den Refrain lautstark mitsang, eine Geste die deutlich machte, was beim Konzert etwas gefehlt hatte – die Nähe zum Publikum. Ebenfalls etwas schade: Durch die volle Lautstärke-Breitseite auch bei den stilleren oder progressiveren Songs kam die Vielschichtigkeit der Band nicht so gut rüber. So kann man sagen, dass das Konzert in Zürich eine professionell-routinierte Metal-Präsentation war, klasse Sound, klasse Lightshow und Atmosphäre.  Ein fast perfekter Abend!

Setlist vom Konzert in Zürich

Text und Fotos: Daniel Frick

Bandlogo: Mastodon

Videos: Youtube

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s